die geschichte des barbiers


«Vergessen wir die Vergangenheit nicht. Die Vergangenheit ist Teil der Geschichte. Wir brauchen sie, um uns zu zeigen, dass wir Hoffnung haben müssen, damit wir in der Technik, den Ideen einen Fortschritt machen können. Die Geschichte ist wichtig für die Karriere. Wir können nicht nur uns ansehen, so werden wir nicht viel sehen. Ihr werdet nicht wissen was ihr machen sollt, oder wie ihr etwas machen sollt... ich finde meine Inspiration überall um mich: in der Kultur, Geschichte, den Büchern... der beste Weg, um sich kennen zu lernen ist das Finden der Formel für das was euch sicher in euch selber macht. Dann werdet ihr es schaffen und euch im Sinne eures Talents verwirklichen...»

 

Aldo Coppola, italienischer Stilist.

Villeicht sind diese Hände, die vor 20 000 Jahren in die Wand dieser Höhle eingebettet, die einigen die das menschliche Haar schnitten, oder ihr eine andere Form gaben, als die natürliche. Das Wissen des Schneidens und Formen von Haaren ist zweifellos eine der ältersten Künste in der Geschichte der Menscheit.

 

In der primitiven paläologischen Gesellschaft, die die sich das Haar schnitten hatten die größte Autorität in den gesellschaftlichen Klassen. Man glaubte, dass im Haar die menschliche Seele wohnt, dass das Haar die Manifestation menschlichen Denkens ist. Das Schneiden von Haaren war ein Weg um Böse zu verbreiten und neue Energie zu laden. Aus diesem Grund war diese Arbeit in Händen von Weisen, den Priestern.

 

In Ausgrabungen des alten Ägypten wurden Rasierer, 3 500 Jahre alt, gemacht aus geschärften Steinen, aus der Bronzeperiode, gefunden.

Im alten Ägypten waren die Barbiere hervorgehobe und respektierte Menschen. Im Grab 45, im unterem Grab von Thebe wurde eine Statue 19 Zoll hoch, aus der 18. Dynastie oder älter, gefunden. Die Figur stellt den Barbier Merimaat dar. Er rasierte die Priester des Amun-Tempels. Das war ein Ritual, den man jeden dritten Tag wiederhohlte, er enthielt das rasieren des ganzen Körpers. Die alten Ägypter glaubten, dass man damit das Reinigen der Pristerfunktion vollbringt. Diese kleine Statue, die Merimaaat wie er ein Kilt mit vielen Falten und einer Perücke trägt, darstellt, ist ein Symbol der großen Rolle, die die Barbiere im Amun-Tempel hatten und den höchen Stellenwert, den sie genossen.

Im alten Griechenland der Barbierberuf war sehr populär. Seit dem 5. Jh. trugen die Männer welliges Haar und Bärte, die sie schnitten, lockten und kämmten. Das war auch die Arbeit eines Barbiers. Das Wissen des Abschneidens und Formens von Bärten wurde ein seriöser Beruf im alten Griechenland. Dort wurden die ersten Friseursalöne eröffnet und wurden Versammlungspunkte wie Clubs, wo sich Männer in lange Diskussionen über Philosophie, Politik oder gesellschaftliche Fragen einließen. Diese Friseursalöne waren für sie wichtig wie Agora, ihr öffentlicher Ort fürs Versammeln. Die Arbeit von Barbieren ist neben dem Schneiden und Kämmen ihrer Haare und Bärte auch das Einmassieren von Lotionen und Cremen. Weil das Haar der alten Griechen dunkel war, färbten sie sich ins hellere. Der letzte Stempel war das Haarparfumieren mit Düften aus Blumen und Olivenöl. Die Frauen formten ihr Haar zu Hause mit Hilfe von Dienern und Sklaven. Im 3. Jh. v. Ch. eroberte Alexander der Große fast ganz Asien, aber er war in einigen Kämpfen gegen die Perser, wegen den Bärten seiner Soldaten besiegt worden. Die Perser wurden an ihren Bärten gezogen, von den Pferden abgeworfen, getötet und wurden so besiegt.  Alexander befahl, dass alle seine Soldaten rasiert sein sollten. Bald akzeptierte der Rest der Bevölkerung diesen Zug und alle hörten allmählich auf Bärte zu tragen. So hatten die Barbiere viel mehr Arbeit, weil sie ihre Kunden jede zwei bis drei Tage besuchen mussten.

 

Im alten Römischen Reich trugen die Männer lange Haare und Bärte. Aber, es entstanden Friseursalöne unter dem Einfluss der Griechen. 296 v. Ch. Ticinius Mena, der römische Senator nachdem er von Sizilien nach Rom wieder zurückkam, führte er die Neuheit von Friseursalönen ein. Nach Aussagen Plinius dem Älteren, der erste respektierte Römer, der mit ordentlich rasiertem Gesicht gesehen wurde, war der General und Konsul Scipius Afrikanus. Sein Gesicht wurde auf einer alten Münze aus dem 3. Jh. v. Ch. dargestellt. Seitdem pflegten die Römer diesen Stil, bis zum Ende der Römischen Reiches, als Bärte und Schnurrbärte wieder in Mode kamen. Die Barbiere wurden “Tonsors“ genannt und dieser Beruf wurde sehr respektiert. Die Römer waren sehr besessen mit ihrem Aussehen und sehr schnell wurden die “Tonstrinae“(Friseursalöne), ein wichtiger Versammlungsplatz, wie im Griechenland. Die Bärte wurden nur mit Hilfe von Wasser und Rasierern aus Bronze, geschärft auf Steinen (diese Rasierer wurden “Novaculae“ genannt) rasiert oder durch Bienenwachs oder auch mit einer Pinzette entfernt. Neben dem Schneiden boten die Barbiere auch Haarmassagen an, genauso wie die Maniküre und Pediküre und sie spritzten auch das Haar mit Ölen und Düften. Die Römer verbrachten viele Stunden in den Friseursalönen. Sogar zu dieser Zeit fingen die Barbiere an Dienste des Zähneziehens anzubieten. Die Patrizier, die höheren gesellschaftlichen Klassen angehörten, hatten ihre eigenen Barbiere und Stilisten bei den Dienern. Auf der anderen Seite hatten die Frauen ohne Ausnahmen persönliche Stilisten bei den Sklaven.

DIE BARBIERE ALS CHIRURGEN

Während des Zerfalls des Römischen Reiches, als die Barbaren Europa angreiften, waren die Römer ordentlich rasiert. Aber die Franken, Westgoten und andere germanische Völker brachten Bärte und langes Haar in Mode. Im Mittelalter kam es zu einer Wende in den Barbieraktivitäten. Alle chirurgischen Aktivitäten waren in den Händen von Priestern, das waren die einzigen kultivierten und gebildeten Menschen zu dieser Zeit. Sogar 90 % der Bevölkerung waren zu dieser Zeit Analphabeten.  Die Priester angagierten Barbiere um ihnen zu assistieren. Das erste Laterankonzil aus 1123 “verbot entschlossen den Priestern das Bett des Kranken zu betreten, abgesehen in religiösen Hinsichten“. Das zweite Laterankonzil 1139 abgehalten, hat mit ernsten Sanktionen allen Priestern gedroht, die sich mit dem Behandeln beschäftigten. Auf dem Konzil von Tours 1163 Alexander III sprach ein änliches Verbot. 1215 der Papst Nevini III gab ein Edikt auf dem vierten Laterankonzil heraus, den Diakonen und Priestern bestimmt, man verbot ihnen in Operationen, die Blut enthalten teilzunehmen.  Damals wurde festgestellt, dass das Blutlassen (viele ärtzliche Methoden basieren sich darauf) ein Akt von Blasphemie ist. Dem entsprechend wurden alle ärtzliche Operationen von den Barbieren übernommen. Das war der Zeitpunkt, als der 6 Jahrhunderte lange Kampf und die Rivalität zwichen Barbieren und Chirurgen begann.

 

Bis zum 15. Jh. beschäftigten sich die Barbiere mit der Chirurgie und mit verschiedenen Heilmethoden, ohne jegliche Hindernisse. 1450 konnten die Barbiere in England an Hand der Entscheidung des Parlaments nur das Blutlassen, Zähne ziehen und die Dienste der Haarpflege erfüllen. Im 16. Und 17. Jh. bekammen die Barbiere hoche Stellen im Bereich europäischer königlicher Gerichte. Durch das Edikt von Heinrich VIII wurde ihnen erlaubt, einmal jährlich Körperdissektion und die Analyse menschlichen Körpers zu machen.

 

BARBIERE: OPERATION DER MANDELN

 

Bis 1745 existierten die Chirurgenverbänder paralel zu den Barbierverbändern. Aber seitdem  durch die Entscheidung  von George II aus Groß Britanien wurden diese Verbänder getrennt und die Barbiere konnten sich der Haarpflege widmen. Der König Ludwig XIV fällt eine gleiche Entscheidung einige Jahre später. Wegen solchen Handelns verlor dieser Beruf an Prestige und Wichtigkeit. Seit der Mitte des 17. Jh. wurden die Friseursalöne Orte, die von Menschen niedrigeren Statuses besucht wurden und die Barbiere verloren den Respekt und Seriosität in der Gesellschaft.

DIE PERÜCKENMACHER

Ein neuer Stilansatz beeinflusste die Erholung des Barbierberufs seit der zweiten Hälfte des 18. Jh. Als man die Perücken im letzten Jahrzehnt des 17. Jh. viel mehr benutzte, sahen die Barbiere die Chance fürs Entwerfen und Machen von Perücken. Auser dem Machen und Setzen von Perücken beschäftigten sich die Barbiere auch mit ihrer Pflege. Die Perücken des 18. Jh. waren für ihr extravagantes und elegantes Design bekannt. In einem Moment fingen alle Perücken zu tragen: die Männer benutzten leicht gepuderte weißgraue Perücken, während die Frauen seit 1770 bis zum Ende des 18. Jh. Perücken aller Farben trugen. Das Entwerfen von Perücken war eine komplizierte Arbeit und deshalb bekam diese Industrie an Wichtigkeit. Die teuersten und die besten Perücken wurden aus menschlichem Haar gemacht, während man die preiswerteren aus Baumwollfasern oder aus Tierhaaren machte. Die Endphase des Perückenmachens war das parfümieren mit Zitrusdüften und dann werden sie mit Stärke oder mit Pudern in Farbe gepudert. Die Produktionsstätte beschäftigte eine große Zahl von Menschen. In Europa beschäftigten einige Fabriken über 600 Menschen. 1729 geschah ein Brand in einer englischen Fabrik, der fast die ganze Stadt York zerstörte. Um 1750 der bekannte englische Barbier Richard Arkwright erfand die Formel für eine Perückenfarbe, die man mit Wasser nicht abwaschen konnte. Dann hat Arkwright in einer Perückenherstellungsindustrie arbeitend eine Mühle zur Herstellung von Baumwolle kreiert, den Vorläufer der modernen Verarbeiter für Baumwolle.

DIE WIEDERGEBURT DES BARBIERBERUFS

Das goldene Zeitalter von Perückenprodukten zeichnet das 18. Jh., aber die Menschen haben nach der Französischen Revolution aufgehört Perücken zu tragen, die Ideen der allten Ordnung symbolisch abzuwerfen. Seitdem kommt das natürliche Haar wieder in Mode. Aber, die gepuderten Perücken wurden in Gerichten und parlamenten sehr lange benutzt. Aber die Perückenhersteller hatten im 19. Jh. sehr wenig Arbeit, weil fast niemand Perücken trug.

 

Auch wenn es ihnen nicht erlaubt war, haben die Barbiere das Blutlassen und das Zähneziehen praktiziert, besonders dort wo die medizinischen Dienste nicht zugänglich waren. Seit 1850 wurde das vollkommen eliminiert, als sich die Barbiere nur der Haarpflege widmeten.

 

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. überfluteten die Friseursalöne große und kleine Städte. Die Barbiere haben ihren gesellschaftlichen Status und den Glanz dieses Berufes, in welchen sie versuchten neue Standards und Prinzipien, um diesen Beruf prestiger und serioser zu machen, wiederhergestellt.

 

1886 wurde die Barber's Protective Union  im Columbus, Ohio, und 1887 die Journeymen Barbers International Union, New York gegründet. Diese Union ist auch heute aktiv, unter den Namen des Barbers, Beauticians and Allied Industries International Association. Neben diesen Vereinen wurden auch Barbierschulen gegründet. Um diese Dienste machen zu können werden nötige Lizenzen und passende Ausbildungen benötigt.

Am Anfang des 20. Jh. haben die Unionen höhere Standards gestellt, die auch die Nutzung von Chemie, Anatomie und Biologie miteinbeziehen. 1924 wurde der Associated Master Barbers of America (AMBA) in Chicago gegründet. Dieser Verein wurde später Hair International genannt. Auf der ersten Übersee-Reise konnten die Passagiere auf den Booten die Barbierdienste benutzen, um durch die ganze Reise ordentlich zu sein.

Fast das ganze 20. Jh. waren die Friseursalöne nur für Männer oder nur für Frauen bestimmt. Am Ende der 70er Jahre des 20. Jh. begannen die Männer sehr lange Haare zu tragen, lange Koteletten und langfristiges und mehrfach lackiertes Haar. Die traditionellen Friseursalöne für Männer boten solchen Kunden, mit Haaren wie bei den Frauen, diese Dienste nicht und so wurden die Friseursalöne unisex. 1980 wurden die unisex Friseursalöne ein Teil des Alltags, während in den 20er Jahren des 20. Jh. boten sie Dienste wie Frauen so auch Männern an. Eigentlich bieten wenige Salöne Dienste nur für Frauen oder nur für Männer an. Heute sind Stilisten in den Bereich der Haarpflege für die unisex Dienste ausgebildet und die Namen von Friseursalönen sind universell.